ETB Schwarz-Weiss Essen steht im DFB-Pokal 2010/2011. Mit einem 2:1 Sieg im Essener Stadtderby machten die „Schwarzen" die Sensation klar und sicherten sich den Diebels Niederrheinpokal vor über 10.000 Zuschauern an der Hafenstrasse.
Schon vor Beginn der Begegnung sorgten 10.000 Zuschauer und ein stimmungsvolles Feuerwerk am Essener Abendhimmel für eine hervorragende Pokalstimmung beim Essener Stadtderby: Rot-Weiß gegen Schwarz-Weiß Essen. Mit der guten Laune der Rot-Weißen Anhänger war es jedoch schnell vorbei,denn nur wenige Minuten nach Anpfiff mussten sie mit ansehen wie ihre Mannschaft sich fast wehrlos den Angriffen des NRW-Ligisten vom Uhlenkrug ausgesetzt sah.
Während RWE noch nicht auf dem Platz angekommen zu sein schien, lief der Ball bereits sicher durch die Reihen von Schwarz-Weiß. Nach nur drei Minuten folgte der sicher verwandelte Führungstreffer durch Kamil Bednarski, der frei vorm Tor mustergültig angespielt wurde und das Leder mit Wucht in die Maschen setzte. Schwarz-Weiß gab sich mit dieser Führung noch nicht zufrieden, machte weiter Druck, nutzte die Fehler der Konkurrenz und erhöhte nur zwei Minuten später zum 0:2 für ETB durch Ozan Yilmaz. RWE stand unter Druck, musste nach nur 5 Minuten einen zwei Tore Vorsprung aufholen um DFB-Pokal-Startplatz und damit verbundene Gelder einplanen zu können.
Bis zur 20 Minute brauchte es allerdings, bis Rot-Weiß Essen erstmals in den Strafraum des Gegners vordringen konnte - ETB stand gut, griff früh an und ließ dem Gastgeber keine Chance ins Spiel zu kommen. Nachdem RWE gegen Ende der ersten Halbzeit dann endlich seinen Rhythmus gefunden hatte, erzielte Mike Wunderlich den Anschlusstreffer für Rot-Weiß und sorgte somit in Minute 42 für reichlich Spannung im zweiten Durchgang.
Aber auch in Hälfte Zwei gelang es den Rot-Weißen nicht sich große Vorteile zu erarbeiten. Ein Ligenunterschied vom Regionalligisten zu NRW-Ligaklub war nicht zu spüren, zu beherzt versuchte ETB seine Außenseiter-Chance zu nutzen. Die gelb-rote Karte, die Schiedsrichter Christian Erbs Pier Schulz in der 74. Minute zeigen musste, sorgte für Unterzahl bei ETB Schwarz-Weiß Essen und die damit verbundene Gelegenheit für Rot-Weiß noch ein Mal alles zu geben um den Ausgleich zu erzwingen.
Doch Heimspiele als Favorit scheinen Rot-Weiß Essen nicht zu liegen. Nachdem man bereits in der vorigen Saison im Finale gegen einen unterklassigen Verein verlor (damals 2:3 gegen den VfB Speldorf), war auch in diesem Jahr nur eine Silbermedaille drin - der „Pott" ging an die Nachbarn von Schwarz-Weiß, am Ende völlig verdient. Diese feierten ihren Sieg ausgiebig, stimmten bereits ein kräftiges „Berlin, Berlin, wir fahren nach Berlin!" an. Als dann auch noch der neue Diebels Niederrheinpokal präsentiert wurde und von Kapitän Heinrich Losing in den Himmel gereckt werden konnte, war die Freude bei ETB Schwarz-Weiß Essen perfekt und nun geht das Hoffen auf einen „Großen" im DFB-Pokal los.
Für Pokalsponsor Diebels war der Abend rundum gelungen, Event-Managerin Sabine Olislagers: „Wenn man diese Kulisse erlebt hat - die Überraschung zu Beginn, die Spannung am Ende - die tollen Fans von RWE, die ihr Team durchgehend angefeuert haben und die herrliche Freude der Schwarz-Weißen über den Sieg - kann man doch eigentlich nichts anderes sagen, als dass es genau das war, was ein Finale sein soll: Das Highlight einer Pokalsaison!"
Ein besonderes, persönliches Finale war es vor allen Dingen auch für Wilfried Masuch. Das Essener Urgestein, dass sich seit fast 50 Jahren für den Fußball in Essen und am Niederrhein einsetzt, wird den Vorsitz im Fußballausschuss des Verbandes aufgeben. Die Übergabe des Diebels Niederrheinpokals war eine seiner letzten Amtshandlungen. Dass dieser „Abschied" ausgerechnet beim Derby zweier Essener Vereine und vor solch einer großartigen Kulisse stattfinden konnte, war auch für Masuch eine tolle Sache: „Es war wirklich toll noch ein Mal vor 10.000 Zuschauern den Diebels Niederrheinpokal überreichen zu können und dann auch noch an einen Essener Klub, was schöneres hätte ich mir sicherlich nicht vorstellen können."